Mehrsprachige Website: eine Checkliste

Klär diese Fragen, bevor du dich für eine mehrsprachige Webiste entscheidest
Mehrsprachige Website: eine Checkliste
Inhalt

Mehrsprachigkeit bewusst vorbereiten

Mehrsprachigkeit ist selten eine spontane Idee. Meist steht sie am Anfang eines Projekts, weil es reale Anforderungen gibt: internationale Kontakte, Standorte, Märkte oder der Wunsch, niemanden auszuschließen. Genau deshalb lohnt es sich, diese Entscheidung nicht nur technisch, sondern strategisch vorzubereiten.

Die folgenden Fragen helfen dabei, Klarheit zu gewinnen – nicht, um etwas auszuschließen, sondern um die passende Lösung zu finden.

1. Welche Rolle soll die zweite / weitere Sprache erfüllen?

Nicht jede Sprache übernimmt automatisch die gleiche Funktion. Manche Inhalte dienen der Akquise, andere der Orientierung oder der Kontaktanbahnung.

Hilfreiche Leitfragen:

  • Soll die zweite Sprache aktiv neue Kunden gewinnen?
  • Oder vor allem informieren und Zugänglichkeit schaffen?
  • Ist sie dauerhaft relevant oder eher punktuell?

2. Welche Zielgruppe wird tatsächlich angesprochen?

Mehrsprachigkeit richtet sich immer an konkrete Menschen, nicht an ein abstraktes „international“.

Dabei lohnt es sich zu klären:

  • Aus welchen Ländern oder Märkten kommen die Interessenten?
  • Reicht eine gemeinsame Sprache oder braucht es differenzierte Ansprache?
  • Wie hoch sind Erwartungshaltung und Informationsbedarf?

3. Müssen alle Inhalte gleichwertig verfügbar sein?

Gleichwertigkeit ist eine starke Entscheidung – aber keine Pflicht.

Fragen zur Einordnung:

  • Sollen alle Seiten in allen Sprachen verfügbar sein?
  • Oder reicht eine reduzierte Darstellung bestimmter Inhalte?
  • Welche Informationen sind unverzichtbar, welche optional?

4. Wie oft ändern sich die Inhalte?

Je dynamischer eine Website ist, desto größer wird der Pflegeaufwand bei Mehrsprachigkeit.

Zu bedenken:

  • Werden Inhalte regelmäßig angepasst oder erweitert?
  • Gibt es Blog, News oder wechselnde Angebote?
  • Wer übernimmt die laufende Pflege in welcher Sprache?

5. Wer trägt die redaktionelle Verantwortung?

Mehrsprachige Inhalte brauchen Zuständigkeiten – unabhängig davon, wie sie entstehen.

Wichtige Fragen:

  • Wer prüft Inhalte auf inhaltliche Richtigkeit?
  • Wer entscheidet über Tonalität und Anpassungen?
  • Wie wird sichergestellt, dass Inhalte aktuell bleiben?

6. Welche Rolle spielt Sichtbarkeit und Auffindbarkeit?

Mehrsprachigkeit kann Sichtbarkeit erhöhen – oder verwässern, wenn sie nicht sauber geplant ist.

Zur Klärung:

  • Soll die zweite Sprache aktiv gefunden werden?
  • Oder ist sie primär für bestehende Kontakte gedacht?
  • Welche Inhalte müssen suchmaschinenrelevant sein, welche nicht?

7. Wie viel organisatorischer Aufwand ist realistisch?

Mehrsprachigkeit bedeutet immer zusätzliche Abstimmung – die Frage ist, in welchem Umfang.

Ehrliche Überlegungen:

  • Wie viel Zeit kann langfristig investiert werden?
  • Welche Prozesse müssen angepasst werden?
  • Passt der Aufwand zur Größe und Struktur des Unternehmens?

8. Welche technischen Abhängigkeiten sind akzeptabel?

Technische Lösungen bringen Komfort, aber auch Bindungen.

Vorab zu klären:

  • Wie wichtig ist Unabhängigkeit und Langlebigkeit?
  • Wie komplex darf das System werden?
  • Was passiert, wenn sich Anforderungen später ändern?

9. Gibt es Alternativen zur integrierten Mehrsprachigkeit?

Nicht jede Anforderung braucht die technisch umfangreichste Lösung.

Mögliche Alternativen:

  • Eine zentrale Übersichtsseite in einer weiteren Sprache
  • Ergänzende Dokumente oder Downloads
  • Getrennte Websites für unterschiedliche Märkte

10. Passt die Lösung zur langfristigen Entwicklung?

Websites entwickeln sich weiter – Mehrsprachigkeit sollte das ermöglichen, nicht bremsen.

Abschließende Frage:

  • Trägt die gewählte Lösung auch in zwei oder drei Jahren noch?
  • Oder wird sie dann eher zur Einschränkung?

Klarheit schafft bessere Entscheidungen

Mehrsprachigkeit ist kein Standard – sondern eine Gestaltungsfrage. Diese Fragen führen nicht automatisch zu einer bestimmten Lösung. Aber sie schaffen die Grundlage für eine Entscheidung, die zum Projekt, zur Organisation und zu den Zielen passt.

Wenn du diese Fragen nicht allein beantworten möchtest, klären wir sie am besten gemeinsam, bevor die Umsetzung beginnt.

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